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Die Kodak Retina meines Vaters

Es fing ja schon damit an, dass die Kodak Retina meines Vaters eine enorme Faszination auf mich ausübte. Wie alle Kameras aus dieser Zeit, verströmte auch die Retina einen ganz eigenen Geruch, der nach meiner heutigen Erkenntnis sicherlich von dem Balgen herrührte, der damals an fast allen Kameras vorhanden war, und das einfahren des Objektives zum Zweck des leichteren Transports erlaubte. 

Retina1 010 2Ich habe zu dieser Kamera noch eine original Bedienungsanleitung im Internet gefunden.

Zu dieser Kamera gab es ein Zubehörteil für Nahaufnahmen - bestehend aus einem Set von 3 Vorsatzlinsen und einem Einstell-Gerät mit Sucher. Das Einstell-Gerät hat den Parallaxen Fehler des normalen Suchers ausgeglichen, und hatte ein Einstellrad zum scharf stellen. War das Motiv scharf, konnte man auf der Skala ablesen, welche Vorsatzlinse zu verwenden sei, und welche Entfernung an der Kamera dazu eingestellt werden sollte. AGFA Farb DIAfilm Umkehrfilm CT 18 ASA 50 Typ
Kodak Retina Naheinstellgeraet grossMein Vater machte damit beeindruckende Nahaufnahmen von Blumen - meist mit dem Agfa Dia Film CT18 - in der schönen Blechdose mit Gewinde.

Der Film wurde übrigens noch im Agfa Werk Leverkusen hergestellt. Mittlerweile wurde das Werk abgerissen, und das Agfa Werk ist Geschichte - wie so viele große Namen, aber das ist ein anderes Kapitel, dem ich mich noch widmen werde.

Nach vielen Jahren mit der Retina wünschte sich mein Vater eine Spiegelreflex Kamera - heute würde man sagen: SLR (Single Lens Reflection). Es war - glaube ich -  zu einem Jubiläum oder "großen" Geburtstag, als die neue Zeiss/Voigtländer Icarex 35 bei uns zuhaue Einzug hielt.

Icarex 35S 10 3300 chrome

Aus meiner heutigen Sicht hatte diese Kamera viele konstruktive Probleme und ist deshalb ein weiteres Beispiel für den Niedergang der deutschen Kamera Hersteller. 

Exemplarisch möchte ich hier den überaus simplen Belichtungsmesser nennen - der konnte noch nicht mit offener Blende messen. Man musste den Knopf links unten (in Sicht Richtung) drücken, worauf die Blende auf den eingestellten Wert geschlossen wurde, was auch das Sucher Bild abdunkelte. Rechts im Sucher war ein Zeiger, den es durch Verstellung der Blende in Mittelstellung zu bringen galt. Damit war die Blende zur eingestellten Belichtungszeit ermittelt, und man konnte die Blende mit dem Knopf wieder in die ganz offene Stellung bringen. Es gab keinerlei Automatiken - weder für die Blende, noch für die Zeit. Da war jedes Bild eine Herausforderung, die viel Zeit in Anspruch nahm. 

 

Ich erwähne hier am Rande, dass ich in den frühen 80'er Jahren einige Semester Fotografie in Köln studieren durfte, dieses Studium aber nicht zum Ende gebracht habe - u.a. wegen der für mich grausamen Foto Chemie.

Ich lasse hier auch aus, wie ich mit meiner Kleinbild Minox Aufnahmen gemacht habe. Das war nicht die schöne Minox 35, sondern so ein Plastik Teil mit Schieber vor dem Objektiv, wo man nichts falsch machen konnte: klick und fertig - surrrr nächstes Bild.

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